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Ausstellungseröffnung zum Wasserverlust von Seen im Umfeld des Tagebaus Jänschwalde: Kritik verstummt auch nach Beginn der Wassereinleitung nicht

www.ideengrün.de | markus pichlmaierBei der Eröffnung einer Ausstellung am Donnerstagabend in der Pinnower Karpfenschenke (Landkreis Spree-Neiße) wurde Kritik an den Landesbehörden und dem Bergbaubetreiber laut. Anwohner und Bündnisgrüne kritisierten das halbherzige und viel zu späte Handeln der Behörden. Mit Bildern, Postkarten und Fotografien aus vergangenen Tagen wurde der enorme Wasserverlust des Pinnower Sees in der Ausstellung verdeutlicht. Zu der Eröffnung fanden sich Interessierte in der Karpfenschenke ein. Zugleich begann in diesem Monat die verspätete Einleitung von Grundwasser in den Groß-, Klein- und Pinnower See, um den Wasserstand zu stabilisieren.

Erst nach dem jahrelangem Protest von Anwohnern und dem akribischen Nachhaken durch die Bündnisgrünen im Landesparlament erkannte die Landesregierung an, dass der Bergbau einen erheblichen Einfluss auf den massiven Wasserverlust hat. Zuvor stellten sich Bergbaubetreiber und Landesbehörden auf den Standpunkt, die mehreren Meter Wasserverlust seien vor allem dem Klimawandel geschuldet.

Die Jänschwalder Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky (B90/Grüne) dankte an dem Abend den Anwohnern, den lokalen Anglerverbänden und dem Gubener Kirchenkreis für die gute Zusammenarbeit: „Auch wenn das Ergebnis noch nicht zufriedenstellend ist, passiert doch etwas. Gemeinsam konnten wir Behörden und Bergbauunternehmen zum Umdenken bewegen“.

Kritik gab es vor allem daran, dass die Seen nur bis zu einem Wasserstand vom Jahr 2010 aufgefüllt werden sollen. "Die Wasserstände müssen auf das Niveau von vor Beginn des Tagebaus Jänschwalde zurückgeführt werden", fordert die bergbaupolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky. Dazu bräuchte es ein unabhängiges Gutachten, dem sich die Landesregierung aber bislang verweigert. In einer internen Arbeitsgruppe von Bergamt, Umweltamt und Bergbaubetreiber gab es lediglich die Verständigung darauf, die Wasserstände von 2010 als Referenzwerte festzusetzen. Ab diesem Jahr sei der bergbauliche Einfluss unstrittig gegeben. „Bei einem Wasserstand von 2010 ständen immer noch Stege am Pinnower See in der Luft", kritisiert Schinowsky.

Zudem bestehe weiterhin die Sorge, dass es wegen unterschiedlicher Phosphorwerte zwischen See und eingeleitetem Grundwasser zu einer verstärkten Algenbildung kommen könnte. Laut der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Wassereinleitung wird der Phosphorgehalt des Seewassers im Pinnower See mit 20-37 µg/l angegeben; in der Prognose werden im Ergebnis der Einleitung des belüfteten Grundwassers für das Seewasser 20-70 µg/l ausgewiesen. Für die Genehmigungsbehörden liegt das innerhalb der natürlichen Schwankungen.

www.ideengrün.de | markus pichlmaier„Wir werden die Wassereinleitung weiterhin kritisch begleiten“, kündigte Schinowsky an. Erste Ergebnisse werden für den 15. November diesen Jahres erwartet. Bis zu dem Tag soll der Bergbaubetreiber einen Bericht an Ämter und Behörden liefern. „Die Berichte müssen dann auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dafür werden wir uns einsetzen“, sagt Schinowsky.

Bei einer Begehung nach der Ausstellungseröffnung wurde von Teilnehmern festgestellt, dass die am 17. Mai begonnene Einleitung von Wasser in den Pinnower See wieder gestoppt worden ist. Die bündnisgrüne Abgeordnete will auch hier nachhaken. „Es wäre zu begrüßen, wenn offen und transparent mit der Wassereinleitung umgegangen wird“, sagt Schinowsky. Die Exkursionsteilnehmer versicherten sich an dem Tag, in kurzen Abständen die Wassereinleitung zu beobachten. „Umweltminister Jörg Vogelsänger muss uns Auskunft über die Gründe geben. Die Anwohner haben ein Recht, das zu erfahren“, so Schinowsky.

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30. Mai 2020

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