Heide Schinowsky

Wasserrückgang und Fischsterben im Pastlingsee: Bündnisgrüne Abgeordnete fordern zügige Umsetzung von Maßnahmen und Offenlegung von Daten

IMG_0063Die energiepolitische Sprecherin und der umweltpolitische Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN HEIDE SCHINOWSKY und BENJAMIN RASCHKE, haben am Montag gemeinsam mit Anwohnern, Vertretern vom lokalen Anglerverband und der Gemeinde Schenkendöbern den vom Fischsterben betroffenen Pastlingsee in der Nähe des Tagebaus Jänschwalde besucht. Etwa 60 Interessierte nahmen an der öffentlichen Begehung teil. Der Bergbaukonzern Vattenfall und das Landesumweltamt sagten eine Beteiligung ab. Von mehreren betroffenen Gewässern in der Umgebung des Tagebaus verzeichnet der Pastlingsee den massivsten Wasserrückgang. Der aktuell sehr niedrige Wasserstand des unter Naturschutz stehenden Sees führte in den vergangenen Wochen zu einem dramatischen Fischsterben. Einen erheblichen Wasserrückgang verzeichnen auch andere Seen in der Region, wie der Großsee. Um die Braunkohle im Tagebau Jänschwalde abbauen zu können, müssen über 100 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr abgepumpt werden. Im Gegensatz zum Brandenburger Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) bestreitet der Bergbaubetreiber Vattenfall einen Zusammenhang zwischen den Tagebauaktivitäten und den sinkenden Wasserständen. Für den Energiekonzern liegen die Ursachen allein in der warmen und niederschlagsarmen Witterung begründet.

„Die Monitoringdaten der Grundwasserabsenkung müssen offengelegt werden“, forderte die Landtagsabgeordnete HEIDE SCHINOWSKY nach dem Vor-Ort-Termin. Bei allen Seen in der Umgebung des Tagebaus sinke der Wasserstand. Die konkreten Ursachen hierfür und welchen Anteil Vattenfall an der Entwicklung habe, sei aber noch relativ unklar. „Das muss dringend geklärt werden“, sagte sie. Im Braunkohlenplan für den aktiven Tagebau Jänschwalde seien dem Bergbaubetreiber explizit Auflagen gemacht worden, um Schäden durch das Abpumpen von Grundwasser zu vermeiden bzw. abzumildern: „Um diese wertvollen Landschaftsbestandteile in ihrer spezifischen Ausstattung zu erhalten, sind nachteilige Auswirkungen der Grundwasserabsenkung mit wirkungsvollen Gegenmaßnahmen aufzufangen“, heißt es in der Verordnung über den Braunkohlenplan Tagebau Jänschwalde vom 5. Dezember 2002, (Punkt 2.3.2.) Indes zeichnet sich eine vorläufige Lösung am Pastlingsee ab. So verkündete Vattenfall bereits im Vorfeld, freiwillig eine Wasserzuführung einzurichten. Die Arbeiten dazu werden zurzeit in Angriff genommen und sollen bis Ende des Sommers fertiggestellt werden. „Der Wasserstand des Pastlingsees muss deutlich erhöht werden, um benachbarte Moorflächen zu schützen.“, sagte der Landtagsabgeordnete BENJAMIN RASCHKE. Nach Aussagen vom Mitarbeiter der Verwaltung der Gemeinde Schenkendöbern ANDREAS STAHLBERG müssen die Fachbehörden sich dafür einsetzen, dass die Phosphatwerte des einzuleitenden Wassers reduziert werden. Das Wasser in der Region weise bis zu vierfach überhöhte Phosphatwerte auf. Sollte das Wasser ungefiltert in den Pastlingsee eingeleitet werden, würde es zu einer Eutrophierung des Sees und zu starkem Algenwachstum kommen, mahnte STAHLBERG.

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