Heide Schinowsky

Sonderabgabe für Windanlagen bei Experten-Anhörung im Landtag durchgefallen: Geplante Windabgabe ist verfassungswidrig.

Anhoerung WindDie geplante Abgabe von Windanlagen in Höhe von 10.000 Euro an Gemeinden war heute Gegenstand einer Experten-Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Brandenburger Landtags. Mit dem Vorschlag wollten Regierungskoalition und CDU-Fraktion mehr Akzeptanz für den Ausbau von Windanlagen erreichen. "Die Gesetzentwürfe genügen nicht den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts an die Zulässigkeit von Sonderabgaben", kommentierte die Stiftung Umweltenergierecht den Vorschlag. Die Schaffung von mehr Akzeptanz rechtfertige keine Sonderabgabe.

"Wir stehen hinter dem Anliegen, die Kommunen deutlich stärker als bisher an der finanziellen Wertschöpfung der Windenergie zu beteiligen. Aber eine offenbar nicht verfassungskonforme Sonderabgabe ist hierfür keine geeignete Grundlage", sagte die energiepolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky. "Hiermit werden bei diesem sensiblen Thema lediglich Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden können."

Schinowsky kritisierte zudem den wahlkampfgetriebenen Aktionismus: Auf Bundesebene werden derzeit in der "AG Akzeptanz" - bestehend aus Bundestagsabgeordneten von Union und SPD - bundeseinheitliche Regelungen vorbereitet, u. a. auch ein Abgaben-Vorschlag. Am 18. April 2019 will die Arbeitsgemeinschaft ihre Empfehlungen vorlegen. Deren Umsetzung wird landesrechtliche Regelungen obsolet machen. "Mit Schnellschüssen kann Akzeptanz nicht gestärkt werden. Legen sie ihren Vorschlag zu den Akten und setzen sie sich mit aller Kraft für eine seriöse bundesweite Lösung ein. Wenn sie dafür eine Bundesratsinitiative starten, stehen wir an ihrer Seite", sagte Schinowsky.

Zudem wurde in der Anhörung erneut darauf hingewiesen, dass es zwar schon zahlreiche Möglichkeiten für die finanziellen Beteiligungen von Kommunen gebe, diese in Brandenburg aber bisher kaum genutzt werden. "Wenn Brandenburg sich wirklich für mehr Akzeptanz einsetzen will, sollte als erstes die neu gegründete Servicestelle Wind gestärkt werden", fordert Schinowsky. "Umfassende und zielgenaue Beratung der Kommunen können maßgeblich dazu beitragen, dass die Kommunen die bestehenden Möglichkeiten auch nutzen."

Im Februar dieses Jahres hatte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach den Aufbau der Servicestelle verkündet. "Leider hat sich die Landesregierung bei der Einrichtung weniger als halbherzig an der seit Jahren erfolgreich arbeitenden Servicestelle Windenergie in Thüringen orientiert. Hier muss dringend nachgearbeitet werden."

Aktuelle Seite: Startseite Meine Themen Windenergie Sonderabgabe für Windanlagen bei Experten-Anhörung im Landtag durchgefallen: Geplante Windabgabe ist verfassungswidrig.

Pressemitteilungen gruene.de

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • IM/PULS: Zwei Tage für Ideen, Debatten und neue Perspektiven
    Vom 29. Bis 30. Mai kommen wir zum IM/PULS – Forum für Zukunft im smartvillage Berlin zusammen. Gemeinsam wollen wir die zentralen Fragen unserer Zeit diskutieren. Das Forum versteht sich als Ort der Inspiration und des Austauschs – offen für neue Stimmen ebenso wie für kritische Perspektiven.
  • Rheinland-Pfalz: Grüne schützen, was uns schützt.
    Am 22. März 2026 wählt Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag. Für uns ist klar: Wir schützen, was uns schützt. Nur GRÜNE sorgen für eine für alle bezahlbare und sichere Energieversorgung aus Solar-, Wind- und naturverträglicher Biomasseenergie. Nur mit einer Zweitstimme für GRÜNE wird die Energieversorgung in Rheinland-Pfalz unabhängig von fossilen Energieimporten aus autokratisch regierten Staaten und extremen Preisschocks als Folge von Kriegen und geopolitischen Krisen auf unserer Welt.
  • Wirtschaftsappell: Mehr Energiewende – nicht weniger!
    Über 25 Unternehmen aus verschiedenen Branchen richten einen klaren Appell an die Bundesregierung: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien darf nicht ausgebremst werden. Weitere Unternehmen können und sollen unterzeichnen, ebenso Privatpersonen als Unterstützer*innen. Als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen wir diesen Appell ausdrücklich. Denn eines ist offensichtlich: Günstiger, sauberer Strom ist die Grundlage für wirtschaftliche Stärke, Energiesicherheit und neue Investitionen.
  • Der fatale Irrweg der schwarz-roten Energiepolitik
    Nach der Energiepreiskrise durch den Krieg in der Ukraine erleben wir derzeit erneut einen Preisschock bei den Öl- und Gaspreisen. Mit dem Krieg im Iran und der blockierten Schifffahrt an der Straße von Hormus wird deutlich, wie verletzlich auch Europas und Deutschlands Wirtschaft und Energieversorgung sind. Spätestens jetzt sollte klar sein: Deutschland muss sich schnellstmöglich von fossilen Energien lösen. Die schwarz-rote Bundesregierung tut derzeit das glatte Gegenteil. Wir fordern eine Energiepolitik, die unsere Energieversorgung unabhängig, sicher und günstig macht und obendrein noch das Klima schützt.

Newsletter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spree-Neiße

Telegram BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN