Heide Schinowsky

Die Sprengung der Förderbrücke des stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord hat Symbolkraft
Der zukünftige Cottbusser Ostsee
Der potentielle Standort für eine Löschflugzeugstaffel

Energiestrategie 2030 erst Ende des Jahres – Bündnisgrüne: Entwurf muss gründlich überarbeitet werden

www.ideengruen.de | markus pichlmaier Die Novellierung der Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg wird sich weiter verzögern. "Mit Blick auf die bevorstehenden Arbeiten und die einzuhaltenden Fristen ist mit einer Beschlussfassung durch die Landesregierung nicht vor Ende 2018 zu rechnen", teilte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) auf Anfrage der energiepolitischen Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky mit. Seit dem letzten Wochenende sei klar, welche Zielsetzung die neue Bundesregierung verfolgen werde. Die Landesregierung wolle nun genau prüfen, welche Auswirkungen die Koalitionsvereinbarung auf die Energiewirtschaft in Brandenburg habe und ihren Entwurf für die Aktualisierung der Energiestrategie 2030 gegebenenfalls noch einmal anpassen, erklärte Gerber. Die Novellierung wurde Ende 2017 auf Eis gelegt, um die energiepolitische Ausrichtung einer neuen Bundesregierung abzuwarten. Der erste Entwurf der Energiestrategie 2030 aus dem letzten Herbst stand unter heftiger Kritik, weil die Klimaziele des Landes massiv absenkt werden sollten, um das Weiterlaufen der Kohlekraftwerke des tschechischen Bergbaubetreibers LEAG zu ermöglichen.

Die Bündnisgrünen hoffen nun, dass von diesen Plänen Abstand genommen wird. "Energiepolitisch sind längere Laufzeiten für Braunkohlekraftwerke nicht notwendig - ganz im Gegenteil. Das geht auch aus dem Gutachten des Wirtschaftsinstituts Prognos hervor, das vom Wirtschaftsministerium als Grundlage zur Erstellung der neuen Energiestrategie beauftragt wurde", sagte Schinowsky. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber favorisierte damals das sogenannte "Basisszenario", das mit einer massiven Absenkung der Klimaziele für die Braunkohle verbunden wäre. In zwei weiteren Varianten wurde dargestellt bzw. berechnet, wie Brandenburgs zukünftige Energiepolitik versorgungssicher und bezahlbar zum einen mit dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung kompatibel wäre (Szenario 1). In Szenario 2 wird ersichtlich, welchen Beitrag Brandenburg zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens leisten müsste. "Die Landesregierung muss jetzt in der Überarbeitung alle drei Szenarien gleichwertig in den neuen Entwurf für die Energiestrategie einbeziehen, damit ernsthaft über die zukünftige Energieversorgung diskutiert werden kann", forderte Schinowsky. "Wie im Koalitionsvertrag der neuen GroKo auf Bundesebene verankert, muss auch die Brandenburger Landesregierung einen Vorschlag zum ‚Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung, einschließlich eines Abschlussdatums' für Brandenburg vorlegen. Sollte die Landesregierung weiter auf Kohle setzen, würde sie sowohl die Klimaschutzziele der neuen Bundesregierung als auch des Pariser Klimaabkommens torpedieren", warnte die Energieexpertin der Bündnisgrünen.

Hintergrund

Auszug aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, Februar 2018 "Wir werden eine Kommission 'Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung' unter Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften sowie betroffenen Ländern und Regionen einsetzen, die auf Basis des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 und des Klimaschutzplans 2050 bis Ende 2018 ein Aktionsprogramm mit folgenden Elementen erarbeiten soll:

  • Maßnahmen, um die Lücke zur Erreichung des 40 Prozent-Reduktionsziels bis 2020 so weit wie möglich zu reduzieren,
  • Maßnahmen, die das 2030-Ziel für den Energiesektor zuverlässig erreichen, einschließlich einer umfassenden Folgenabschätzung,
  • einen Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung, einschließlich eines Abschlussdatums und der notwendigen rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen und strukturpolitischen Begleitmaßnahmen und
  • die finanzielle Absicherung für den notwendigen Strukturwandel in den betroffenen Regionen und einen Fonds für Strukturwandel aus Mitteln des Bundes."

Antwort der Landesregierung zum Zeitplan der Energiestrategie 2030: images/_archiv/2018/03/2018_03_08_14_49_09.pdf

Aktuelle Seite: Startseite Meine Themen Energiepolitik und Strukturwandel Energiepolitik Energiestrategie 2030 erst Ende des Jahres – Bündnisgrüne: Entwurf muss gründlich überarbeitet werden

Pressemitteilungen gruene.de

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • Zusammenstehen gegen die AfD – für Demokratie!
    Nie wieder ist jetzt – und jetzt ist Erfurt! Am 4. und 5. Juli 2026 findet in Erfurt der Bundesparteitag der AfD statt. Gemeinsam mit Dir und zahlreichen zivilgesellschaftlichen Bündnissen, Initiativen und demokratischen Kräften wollen wir an diesem Wochenende ein deutliches Zeichen für Demokratie, Freiheit, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen.
  • Wie wir diese Hitze gut überstehen
    Hitze tötet – und das im wachsenden Ausmaß. Rund 2.500 Menschen sind in Deutschland im vergangenen Jahr an den Folgen extremer Hitze gestorben. Während die schwarz-rote Bundesregierung den Schutz vulnerabler Menschen als Randthema abhandelt, braucht es jetzt wirksamen Hitzeschutz als Priorität in der Politik, von der Kommune über die Bundesländer bis zur Bundespolitik.
  • Reiches Heizungsgesetz: Fossile Kostenfalle und Klimakiller
    Nach der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist klar: Dieser Gesetzentwurf aus dem Hause Reiche ist klimaschädlich, sozial unausgewogen und verlängert die Abhängigkeiten Deutschlands von teuren Gasimporten. Diese Gesetzesnovelle sollte besser heute als morgen beerdigt werden!
  • Schwarz-rote Sozialreform: Kürzen ist noch keine Reform
    Was die Bundesregierung unter dem Deckmantel einer „Pflegereform" vorlegt, verdient diese Bezeichnung kaum. Statt strukturelle Probleme anzugehen und Lasten gerecht zu verteilen, greift der Gesetzentwurf zum Rotstift – und zwar dort, wo er am wenigsten hingehört: bei den Menschen, die ohnehin am wenigsten haben. Was wir Grüne im Detail kritisieren, liest du hier.

Newsletter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spree-Neiße

Telegram BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN