Heide Schinowsky

Die Sprengung der Förderbrücke des stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord hat Symbolkraft
Der zukünftige Cottbusser Ostsee
Der potentielle Standort für eine Löschflugzeugstaffel

Bohrschlamm aus Erdgasförderung: 400 Verdachtsflächen in Brandenburg

In Brandenburg sollen sich etwa 400 `Verdachtsflächen´ befinden, auf denen zu DDR-Zeiten bei der Förderung von Erdgas Bohrschlamm abgelagert worden sein könnte. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Heide Schinowsky und Benjamin Raschke hervor. Viele ehemalige Bohrschlammgruben seien damals einfach abgedeckt oder `in weitere, z.B. landwirtschaftliche, Nutzungen integriert´ worden. Eine standortgenaue Aufzeichnung über  Lage, Volumen und Inhalt der Bohrschlammgruben wurde im Regelfall nicht geführt. Der Antwort der Landesregierung zufolge liegen nur für elf Bohrschlammgruben Untersuchungsergebnisse vor, die allerdings geheim gehalten werden. "Eine Veröffentlichung ist aus datenschutzrechtlichen Gründen aufgrund des Grundstücksbezuges nicht vorgesehen", antwortete die Landesregierung.

"Das Land darf die Hände nicht in den Schoß legen und muss alle 400 Verdachtsfälle untersuchen lassen. Wir fordern die Aufstellung eines Zeitplans zur Sanierung belasteter Bohrschlammgruben und eine Kostenabschätzung", sagte die bergbaupolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky. Laut einer Mitte Februar 2016 veröffentlichten Karte befinden sich in allen Landkreisen und kreisfreien Städten "Erdöl-Erdgasbohrpunkte" - bis auf Elbe-Elster. "Die Anwohner haben ein Anrecht zu wissen, ob vor ihrer Haustür ein Chemiecocktail im Boden schlummert", sagte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Benjamin Raschke. Unklar ist, wie hoch und mit welchen Stoffen die Bohrschlammgruben kontaminiert sind. "Das Spektrum der untersuchten Stoffe ist äußerst umfangreich und standortbezogen differenziert; eine pauschale Antwort dazu ist nicht möglich", kommentiert die Landesregierung lapidar. Bohrschlamm kann zum Beispiel krebserregende polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), aber auch giftige Schwermetalle, wie Quecksilber und Arsen enthalten. "Vorfälle wie in Sachsen-Anhalt darf es bei uns nicht geben. Ich erwartet, dass das Ministerium dafür Vorsorge trifft", sagt Raschke. In der Bohrschlammdeponie von Engie bei Brüchau im Altmarkkreis Salzwedel sickerte ein hochgiftiger Cocktail ins Grundwasser, weil die Grube undicht war. Anders als bei Bohrschlammgruben in den westlichen Bundesländern ist der Verursacher auf dem Gebiet der ehemaligen DDR weitgehend geklärt. Grundsätzlich gab es mit dem VEB Erdöl-Erdgas Gommern nur ein Staatsunternehmen, das Erdgas förderte und Gruben anlegte. Rechtsnachfolger der VEB Erdöl-Erdgas Gommern ist die heutige ENGIE E&P Deutschland GmbH. Der damals noch als Gaz de France (GDF) firmierende Konzern kaufte mit dem Unternehmen Erdöl-Erdgas Gommern das gesamte Portfolio der ostdeutschen Erdgasindustrie auf. Inwiefern allerdings die Bohrungsaltlasten auch Bestandteile der Betriebsnachfolge sind, wird versucht in seit 2009 andauernden Gerichtsverfahren zu klären. ENGIE E&P Deutschland GmbH ist eine Tochter des weltweit agierenden französischen Energiekonzerns Engie SA (vormals GDF/Suez). Eine zeitnahe Lösung scheint nicht in Sicht. "Im derzeit laufenden Versuch einer außergerichtlichen Klärung stehen dabei nicht die Bohrschlammgruben zur Entscheidung, sondern die Verwahrungs- und Sicherungsanforderungen der alten Tiefbohrungen", heißt es in der Antwort der Landesregierung. Entsprechend werde es für die Bohrschlammgruben weiterhin keine abschließende Klärung geben, so die Landesregierung. Die Antwort auf unsere Kleine Anfrage im Internet: http://www.gruene-fraktion-brandenburg.de/fileadmin/ltf_brandenburg/Dokumente/Kleine_Anfragen/6_Wahlperiode/KA_2252_Antwort.pdf

Aktuelle Seite: Startseite Meine Themen Energiepolitik und Strukturwandel Erdgas Bohrschlamm aus Erdgasförderung: 400 Verdachtsflächen in Brandenburg

Pressemitteilungen gruene.de

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • Reiches Heizungsgesetz: Fossile Kostenfalle und Klimakiller
    Nach der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist klar: Dieser Gesetzentwurf aus dem Hause Reiche ist klimaschädlich, sozial unausgewogen und verlängert die Abhängigkeiten Deutschlands von teuren Gasimporten. Diese Gesetzesnovelle sollte besser heute als morgen beerdigt werden!
  • Schwarz-rote Sozialreform: Kürzen ist noch keine Reform
    Was die Bundesregierung unter dem Deckmantel einer „Pflegereform" vorlegt, verdient diese Bezeichnung kaum. Statt strukturelle Probleme anzugehen und Lasten gerecht zu verteilen, greift der Gesetzentwurf zum Rotstift – und zwar dort, wo er am wenigsten hingehört: bei den Menschen, die ohnehin am wenigsten haben. Was wir Grüne im Detail kritisieren, liest du hier.
  • IM/PULS 2026 – Hoffnung ist eine politische Strategie.
    Tausend Menschen. Acht Bühnen. Eine Frage: Wie machen wir Politik, die wieder Hoffnung weckt? IM/PULS 2026 war keine Konferenz - sondern ein Experiment. Was dabei entstand, liest du hier.
  • Tag der Frauengesundheit: Bundesregierung hat Frauen nicht im Blick
    Frauen leisten den überwiegenden Teil unbezahlter Sorgearbeit in Deutschland. Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen des Unterhaltsvorschuss treffen unmittelbar alleinerziehende Frauen und Kinder. Sie bezahlen dafür auch mit ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit. Hier lest ihr, warum wir echte Gleichstellung in der medizinischen Gesundheitsversorgung brauchen und wie wir Frauen wirklich entlasten.

Newsletter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spree-Neiße

Telegram BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN