Heide Schinowsky

Die Sprengung der Förderbrücke des stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord hat Symbolkraft
Der potentielle Standort für eine Löschflugzeugstaffel
Der zukünftige Cottbusser Ostsee

Schlagabtausch im Braunkohlenausschuss zur Sulfatbelastung: Ministerium bestätigt massive Überschreitung der Zielwerte

IMG_7932Das Brandenburger Umweltministerium hat im heutigen Braunkohlenausschuss in Cottbus massive Überschreitung des Zielwertes für Sulfat in der Spree am Pegel Briesen (Landkreis Oder-Spree) bestätigt. So wurde der Zielwert in Höhe von 250 mg/l Sulfat im Jahr 2014 mit einer Häufigkeit von 57 Prozent überschritten, erklärte Dr. Alexander Ostin von der Wasserabteilung des Umweltministeriums im Ausschuss. Akuten Handlungsdruck sehe das Ministerium trotzdem nicht. Sollte es zu Überschreitungen im Trinkwasser kommen, besteht die Möglichkeit bis zu zehn Jahre Ausnahmegenehmigungen zu erteilen. Man wolle erst ein Gutachten zu den künftig erwarteten Sulfatfrachten abwarten, dann könne man über konkrete Maßnahmen reden, hieß es von dem Experten. Das Gutachten werde im ersten Halbjahr 2016 erarbeitet.

Scharfe Kritik übte der Vertreter der Stadt Frankfurt (Oder) im Braunkohlenausschuss, das bündnisgrüne Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Jörg Gleisenstein (Fraktion Grüne/B90-BI Stadtentwicklung-PIRATEN): ,,Wenn es trocken ist, steigen die Werte. Wenn es feucht ist, steigen die Werte. Bei Sulfat gibt es nur eine Tendenz: nach oben". Die Frankfurter Wasserbetriebe (FWA) können jedoch nicht beliebig viel Grundwasser beimischen, um die Sulfatkonzentrationen zu mindern, berichtete Gleisenstein. Als ,,zynisch" bezeichnete Gleisenstein die angekündigte Möglichkeit der Erteilung einer Ausnahmegenehmigung. ,,Möchte das Ministerium, dass Frankfurt (Oder) ins Mineralwasserbusiness einsteigt", kritisierte er den Verweis von Ostin auf die Sulfatwerte in Mineralwasser. Es gehe auch nicht allein nur um das Trinkwasser für die Bevölkerung, auch die Wirtschaft verlange oft qualitativ hochwertiges Wasser mit Sulfat-Grenzwerten von etwa 125 bis 150 mg/l, sagte der Frankfurter. Die Wasserwerke Briesen, die die Stadt Frankfurt (Oder) und Teile des Landkreises Oder-Spree mit Trinkwasser versorgen, können aktuell geplante Investitionen in die Ertüchtigung des Wasserwerkes Müllrose (Oder-Spree) zur Eindämmung der Sulfatbelastung nicht tätigen, weil der Bergbausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) eine anteilige Kostenübernahme verweigert. Zusagen für die Kostenübernahme gibt es vom Land Brandenburg und vom derzeitigen Bergbaubetreiber Vattenfall. Im Wirtschaftsausschuss der Stadt Frankfurt (Oder) am Mittwochabend wurde dazu von der Fraktion Grüne/B90-BI Stadtentwicklung-PIRATEN ein Antrag vorgestellt, der am 23. November verabschiedet werden soll. Der Steuerungs- und Budgetausschuss der LMBV will im Dezember nun erneut zur Sulfatproblematik tagen. ,,Minister Vogelsänger muss sich für den Schutz des Trinkwassers in Frankfurt beim bundeseigenen Bergbausanierer verstärkt einsetzen", fordert die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky: ,,Es kann nicht sein, dass der Bund sich bei den Kosten zur Beseitigung der Folgen des Braunkohlebergbaus wegduckt".

Hintergrund

Sulfat gelangt in drastisch erhöhter Menge unter anderem im Zuge der Braunkohleförderung und des Sanierungsbergbaus in der Lausitz über abgepumptes Sümpfungswasser und durch den Grundwasserwiederanstieg in den Sanierungsgebieten über die Vorfluter in besorgniserregenden Mengen in die Spree. Für aufbereitetes Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 250 mg/l Sulfat, zu hohe Sulfatkonzentrationen im Trinkwasser können u.a. zu Durchfall führen. Die gemeinsame Arbeitsgruppe aus Bundesländern und Unternehmen ,,Flussgebietsbewirtschaftung Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße" hat für Oberflächengewässer Zielwerte für verschiedene Messpunkte formuliert.

Weitere Information

Antrag der Stadtverordneten Jörg Gleisenstein, Sahra Damus (Fraktion B90/ Grüne & BI Stadtentwicklung/ PIRAT) ,,Wirksame Maßnahmen zur Sicherung der Qualität des Frankfurter Trinkwassers  durchsetzen - LMBV zur Finanzierung der Reaktivierung des Wasserwerks Müllrose in die Pflicht nehmen": http://www.braunespreewatch.de/images/parlament/151111_SWAVU_Antrag_Sulfatbelastung_TW_neu.pdf

Aktuelle Seite: Startseite Meine Themen Energiepolitik und Strukturwandel Sulfatbelastung Schlagabtausch im Braunkohlenausschuss zur Sulfatbelastung: Ministerium bestätigt massive Überschreitung der Zielwerte

Pressemitteilungen gruene.de

Die Zukunft änderst du hier. Alle Informationen zu Programm, Personen und Möglichkeiten, bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aktiv zu werden.
  • Reiches Heizungsgesetz: Fossile Kostenfalle und Klimakiller
    Nach der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist klar: Dieser Gesetzentwurf aus dem Hause Reiche ist klimaschädlich, sozial unausgewogen und verlängert die Abhängigkeiten Deutschlands von teuren Gasimporten. Diese Gesetzesnovelle sollte besser heute als morgen beerdigt werden!
  • Schwarz-rote Sozialreform: Kürzen ist noch keine Reform
    Was die Bundesregierung unter dem Deckmantel einer „Pflegereform" vorlegt, verdient diese Bezeichnung kaum. Statt strukturelle Probleme anzugehen und Lasten gerecht zu verteilen, greift der Gesetzentwurf zum Rotstift – und zwar dort, wo er am wenigsten hingehört: bei den Menschen, die ohnehin am wenigsten haben. Was wir Grüne im Detail kritisieren, liest du hier.
  • IM/PULS 2026 – Hoffnung ist eine politische Strategie.
    Tausend Menschen. Acht Bühnen. Eine Frage: Wie machen wir Politik, die wieder Hoffnung weckt? IM/PULS 2026 war keine Konferenz - sondern ein Experiment. Was dabei entstand, liest du hier.
  • Tag der Frauengesundheit: Bundesregierung hat Frauen nicht im Blick
    Frauen leisten den überwiegenden Teil unbezahlter Sorgearbeit in Deutschland. Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen des Unterhaltsvorschuss treffen unmittelbar alleinerziehende Frauen und Kinder. Sie bezahlen dafür auch mit ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit. Hier lest ihr, warum wir echte Gleichstellung in der medizinischen Gesundheitsversorgung brauchen und wie wir Frauen wirklich entlasten.

Newsletter BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spree-Neiße

Telegram BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.