Heide Schinowsky

Die Sprengung der Förderbrücke des stillgelegten Tagebaus Cottbus-Nord hat Symbolkraft
Der zukünftige Cottbusser Ostsee
Der potentielle Standort für eine Löschflugzeugstaffel

GPS-Schatzsuche: Brandenburger Bündnisgrüne eröffnen Geocaching-Trail rund um den Cottbuser Ostsee, um auf Tagebaufolgen aufmerksam zu machen

www.ideengruen.de | markus pichlmaier Am Donnerstag eröffneten die Brandenburger Bündnisgrünen einen Geocaching-Trail (GPS-Schatzsuche) rund um den Cottbuser Ostsee. Mit einem Smartphone, der zugehörigen App sowie GPS-Koordinaten können Interessierte an sieben markanten Punkten „kleine Schätze“ finden. Der Geocaching-Trail umfasst die weißen Kreuze in Lakoma, das Einlaufbauwerk, das zukünftige Hafenviertel am Merzdorfer Aussichtsturm, die Südspitze, die Gedenkstätte Tranitz, den Gedenkstein Groß Lieskow und den Mauster Kiessee. Die Bündnisgrünen wollen mit der Aktion auf die Folgen der jahrzehntelangen industriellen Braunkohleförderung und die daraus resultierenden Probleme aufmerksam machen. Neben der Umsiedlung ganzer Dörfer und dem Umgang mit dem Areal rund um den Cottbuser Ostsee steht vor allem die Wasserproblematik im Vordergrund. Seit Jahren herrscht in der Lausitz Trockenheit, die auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Bei der Eröffnung lobte der Politische Bundesgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen und Spitzenkandidat der Brandenburger Bündnisgrünen für die Bundestagswahl, MICHAEL KELLNER die Aktion: „Das Tolle daran ist, dass man sich dem Problem der Braunkohle-Tagebau-Folgen auf eine neue und ganz andere Art und Weise nähern kann“.

Die Bündnisgrünen plädieren dafür, zukünftig auf die Schaffung riesiger Verdunstungsflächen durch überdimensionierte Tagebaufolgenseen zu verzichten. Die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg, JULIA SCHMIDT, wies darauf hin, dass es hierzu seit kurzem auch einen entsprechenden Landtagsbeschluss gibt: „Dieser Beschluss muss jetzt in die Praxis umgesetzt werden“, sagte Schmidt. Für den Tagebaurestsee Welzow sind bisher nur Pläne aus dem Jahr 2014 bekannt, in denen ein See mit knapp 2.000 Hektar vorgesehen war – also noch größer als der Cottbuser Ostsee mit 1.900 Hektar. „Die Größe des Welzower Sees muss im beginnenden Braunkohlenplanverfahren unbedingt reduziert werden“, mahnt Schmidt.

MICHAEL KELLNER sieht auch die kommende Bundesregierung in der Pflicht: „Es braucht noch Jahrzehnte, bis die Folgen der Braunkohle einigermaßen in den Griff zu bekommen sind. Der Bund muss langfristig seiner Verpflichtung zur Braunkohlensanierung nachkommen. Sollten wir Bestandteil der neuen Bundesregierung sein, werden wir uns mit aller Kraft für die Sicherung der langfristigen Finanzierung einsetzen und auch ein entsprechendes neues Verwaltungsabkommen auf den Weg bringen“, sagte der Grünenpolitiker. Kellner tritt für die Landesliste der Brandenburger Bündnisgrünen auf Platz 2 an und wird aller Voraussicht nach ab Herbst dem Deutschen Bundestag angehören.

www.ideengruen.de | markus pichlmaier Nach Plänen des Bergbaubetreibers Vattenfall, heute LEAG, sollte der Cottbuser Ostsee ursprünglich bereits im Jahr 2025 vollständig gefüllt sein. Insbesondere auf Grund des Wassermangels der letzten Jahre sind bis heute jedoch lediglich die tieferen Bereiche mit Wasser bedeckt. Zu mehr Sachlichkeit mahnt die Kreisvorsitzende der Bündnisgrünen in Spree-Neiße HEIDE SCHINOWSKY den Braunkohleförderer LEAG. „Offenkundig kann der Zielwasserstand nicht mehr wie geplant bis 2025 erreicht werden. Es ist höchste Zeit, die Öffentlichkeit darüber zu informieren“, drängt Schinowsky. Hinzu kämen gravierende Probleme bei der Wasserqualität: „Der See kann abweichend von der Planung kaum mit Spreewasser befüllt werden; stattdessen drückt das stark sulfatbelastete Grundwasser in den See.“ So entstehe kein zum Baden einladender See, sondern im besten Fall ein ungewöhnliches Biotop. Winfried Böhmer vom Aktionsbündnis Klare Spree bezeichnete den Cottbuser Ostsee unlängst als einen „Sündenfall, der sich nicht wiederholen darf“.

In den Logbüchern für das Geocaching lassen sich nähere Informationen zu den jeweiligen Orten nachlesen. So können die GPS-Schatzsucher auch erfahren, dass man vom neuen klimaneutralen Hafenviertel über den See genau auf die geplante Müllverbrennungsanlage am Kraftwerksstandort Jänschwalde schauen würde, falls sich die LEAG mit ihrem Vorhaben gegen den Widerstand der Bevölkerung durchsetzen sollte.

Bei der mitten im Wald gelegenen liebevoll gestalteten Gedenkstätte Tranitz sollten die Besucher einen Blick in das Gästebuch werfen. „Bis heute kommen ehemalige Einwohner immer wieder an diesen Ort – aus der ganzen Bundesrepublik, sogar bis aus der Schweiz. Man zeigt es seinen Kindern und trifft sich zum geselligen Austausch. Das ausliegende Gästebuch bietet einen wehmütigen Eindruck“, schildert Schinowsky.

Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie häufig auch kleine Tauschgegenstände befinden. Die Besucher:innen können sich in das Logbuch eintragen, um die erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Laut Angaben der Bundespolizei gibt es aktuell schätzungsweise sechs Millionen Menschen, die weltweit nach Caches suchen – Tendenz steigend.

Mehr Informationen

zum Geocaching Trail:  https://heide-schinowsky.de/geocaching

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